Logistik lexikon

Einfahrregal: Drive-in-Regal, LIFO und Sicherheit

Einfahrregal (Drive-in-Regal): Aufbau, Unterschied zum Durchfahrregal mit FIFO, Vorteile und Nachteile sowie Anfahrschutz und Regalprüfung.

Ein Einfahrregal ist ein Palettenregal für die Kompaktlagerung, in dessen Regalkanäle der Stapler einfährt, um Paletten auf seitlichen Auflageschienen abzusetzen. Es heißt auch Drive-in-Regal und arbeitet nach dem LIFO-Prinzip. Als beidseitig zugängliches Durchfahrregal (Drive-through) ist FIFO möglich. Geeignet ist es für große Mengen weniger Artikel.

Was ist ein Einfahrregal?

Ein Einfahrregal ist ein Palettenregal für die Kompaktlagerung. Es besteht aus mehreren Regalkanälen nebeneinander, in die der Stapler hineinfährt. Die Paletten liegen auf Auflageschienen, die an beiden Seiten des Kanals an den Regalstützen befestigt sind. Gänge gibt es nur vor den Kanälen, nicht zwischen den Regalzeilen. Es wird auch Drive-in-Regal genannt.

Vom konventionellen Palettenregal unterscheidet sich das Einfahrregal dadurch, dass dort jede Palette über einen Gang direkt erreichbar ist. Vom Blocklager unterscheidet es sich dadurch, dass die Paletten nicht aufeinander stehen, sondern jede Lage vom Regal getragen wird. Deshalb lassen sich auch druckempfindliche oder nicht stapelbare Güter kompakt lagern.

Wie funktioniert ein Einfahrregal?

Der Gabelstapler fährt mit angehobener Last in den Kanal und setzt die Palette auf den Schienen ab. Eingelagert wird von hinten nach vorne, entnommen von vorne nach hinten. Ein Kanal sollte nur einen Artikel aufnehmen, damit keine fremde Palette den Zugriff blockiert. Wichtig sind dabei:

  • passende und unbeschädigte Ladungsträger, zum Beispiel Europaletten, weil die Palette nur an ihren Rändern aufliegt
  • Stapler, deren Abmessungen zur Kanalbreite und -höhe passen
  • Fahrer, die für das Fahren im Regal geschult sind

Drive-in oder Drive-through: Was ist der Unterschied beim Einfahrregal?

Beim Drive-in-Regal sind die Kanäle nur von einer Seite zugänglich. Die zuletzt eingelagerte Palette steht vorne und wird zuerst entnommen. Es gilt also LIFO (Last In, First Out).

Beim Drive-through-Regal, auch Durchfahrregal genannt, sind die Kanäle von beiden Seiten offen. Eingelagert wird auf der einen, entnommen auf der anderen Seite. Damit ist FIFO (First In, First Out) möglich, was für Ware mit Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig ist. Dafür braucht das Durchfahrregal Gänge auf beiden Seiten. Wer FIFO ohne Einfahren der Stapler braucht, greift zum Durchlauflager mit geneigten Rollenbahnen.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Einfahrregal?

Vorteile:

  • hohe Lagerdichte, weil Gänge zwischen den Regalzeilen entfallen
  • gute Nutzung der Hallenhöhe auch bei nicht stapelbarer Ware
  • keine Fördertechnik nötig, Bedienung mit Staplern
  • geeignet für Kühl- und Tiefkühllager, in denen jeder Kubikmeter gekühlt werden muss (siehe Kühlgut)

Nachteile:

  • kein direkter Zugriff auf jede Palette
  • im Drive-in-Regal nur LIFO
  • langsamere Ein- und Auslagerung, weil der Stapler vorsichtig im Kanal fahren muss
  • höheres Risiko von Anfahrschäden an den Regalstützen
  • ungeeignet für viele Artikel mit kleinen Mengen, da teilbelegte Kanäle Platz verschenken

Welche Sicherheitsanforderungen gelten für das Einfahrregal?

Weil der Stapler im Regal fährt, ist die Gefahr von Anfahrschäden höher als bei anderen Palettenregalen. Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel:

  • Anfahrschutz an den Stützen der Kanaleingänge
  • Führungsschienen am Boden, die den Stapler mittig im Kanal halten
  • gut sichtbare Angaben zu zulässigen Lasten
  • ausreichende Beleuchtung im Inneren der Kanäle

Für Betrieb und Prüfung ortsfester Regale aus Stahl gilt die Norm DIN EN 15635. Sie sieht regelmäßige Sichtkontrollen durch den Betreiber vor und zusätzlich eine Inspektion durch eine fachkundige Person in Abständen von höchstens zwölf Monaten. Beschädigte Bauteile werden nach Schweregrad bewertet. Bei schweren Schäden ist der betroffene Regalbereich sofort zu entladen und zu sperren.

Beispiel: Einfahrregal im Tiefkühllager

Ein Logistikdienstleister lagert für einen Lebensmittelhersteller Tiefkühlware mit wenigen Artikeln und großen Mengen je Artikel. Da Kühlfläche teuer ist, nutzt er ein Einfahrregal. Jeder Kanal wird mit einer Charge befüllt und vollständig geleert, bevor neue Ware einlagert. Für Artikel mit strengen Haltbarkeitsvorgaben setzt er Durchfahrkanäle ein. Eine Weiterentwicklung ist das Kanalregal, bei dem ein Shuttle die Paletten im Kanal bewegt und der Stapler nicht mehr einfahren muss. Einen Überblick über weitere Lagerarten gibt der Eintrag Lagerlogistik.

Häufige Fragen

Was ist ein Durchfahrregal?

Ein Durchfahrregal ist ein Einfahrregal, dessen Kanäle von beiden Seiten zugänglich sind. Eingelagert wird auf der einen, entnommen auf der anderen Seite. Dadurch ist FIFO möglich.

Welche Stapler eignen sich für ein Einfahrregal?

Geeignet sind Stapler, deren Breite, Bauhöhe und Mast zu den Abmessungen der Regalkanäle passen. Welche Geräte zulässig sind, ergibt sich aus den Vorgaben des Regalherstellers. Die Fahrer sollten für das Fahren im Regal eingewiesen sein.

Wie oft muss ein Einfahrregal geprüft werden?

Nach DIN EN 15635 ist mindestens alle zwölf Monate eine Inspektion durch eine fachkundige Person vorgesehen. Dazwischen kontrolliert der Betreiber das Regal regelmäßig auf sichtbare Schäden.

Für welche Waren eignet sich ein Einfahrregal?

Für gleichartige Ware in großen Mengen je Artikel, die nicht oder nur begrenzt stapelbar ist, etwa Tiefkühlprodukte, Getränke oder Verpackungsmaterial. Bei vielen Artikeln mit kleinen Mengen sind Regale mit Einzelzugriff besser geeignet.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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