MRN: Movement Reference Number im Zoll
MRN im Zoll: was die Movement Reference Number ist, wie die 18 Stellen aufgebaut sind und wo sie bei Ausfuhr, Versand und Einfuhr gebraucht wird.
MRN im Zoll: was die Movement Reference Number ist, wie die 18 Stellen aufgebaut sind und wo sie bei Ausfuhr, Versand und Einfuhr gebraucht wird.
Die MRN (Movement Reference Number, auch Master Reference Number) ist die 18-stellige Registriernummer, die das Zollsystem einer elektronischen Zollanmeldung zuteilt. Über die MRN wird ein Vorgang wie eine Ausfuhr, ein Versandverfahren oder eine Einfuhr in allen beteiligten Zollsystemen und Begleitdokumenten eindeutig identifiziert.
Die MRN ist die eindeutige Nummer eines elektronischen Zollvorgangs. Sobald eine Zollanmeldung, zum Beispiel eine Ausfuhranmeldung oder eine Versandanmeldung, vom Zollsystem angenommen wird, vergibt das System die MRN. Die Abkürzung steht ursprünglich für Movement Reference Number. Der deutsche Zoll verwendet auch die Bezeichnung Master Reference Number.
In Deutschland wird die MRN im IT-Verfahren ATLAS vergeben. Sie folgt einem EU-weit einheitlichen Grundmuster, sodass auch Zollstellen anderer Mitgliedstaaten den Vorgang anhand der Nummer aufrufen können, etwa die Ausgangszollstelle an der EU-Außengrenze oder die Bestimmungszollstelle eines Versandverfahrens.
Die MRN hat 18 alphanumerische Stellen. Die ersten beiden Ziffern geben das Jahr an, in dem die Anmeldung angenommen wurde, die Stellen drei und vier das Länderkürzel des Mitgliedstaats, zum Beispiel DE für Deutschland. Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer, mit der sich Tipp- und Lesefehler erkennen lassen.
Die Belegung der Stellen dazwischen unterscheidet sich je nach Verfahren. Eine MRN, die mit 24DE beginnt, stammt also aus einer Anmeldung, die 2024 in Deutschland angenommen wurde.
Hat die Ware die EU verlassen, erzeugt das Zollsystem den Ausgangsvermerk. Er wird dem Anmelder elektronisch als PDF übermittelt. Der Ausgangsvermerk dient als Nachweis dafür, dass eine Ausfuhrlieferung umsatzsteuerfrei ist. Es empfiehlt sich, die MRN zusammen mit Rechnung, Lieferschein und Frachtpapieren zu archivieren, damit sich bei einer Prüfung jede Ausfuhr dem passenden Ausgangsvermerk zuordnen lässt.
Die EU-Kommission bietet eine öffentliche Online-Abfrage an, über die sich der Status von Versand- und Ausfuhrvorgängen anhand der MRN abrufen lässt. Auch mehrere nationale Zollverwaltungen stellen solche Abfragen bereit. Angezeigt wird zum Beispiel, ob ein Versandverfahren eröffnet oder beendet ist oder ob der Ausgang der Ware bestätigt wurde.
In der Spedition taucht die MRN an mehreren Stellen auf. Der Fahrer führt das Ausfuhr- oder Versandbegleitdokument mit der MRN mit. Die Disposition braucht die Nummer, um Sendungen an der Grenze zuzuordnen, und die MRN kann bereits im Transportauftrag des Verladers stehen. Wird sie bei der Auftragserfassung als eigenes Feld ins TMS übernommen, kann sie auf die Frachtdokumente gedruckt und bei Rückfragen schnell gefunden werden. Übernimmt die Spedition die Zollabwicklung selbst, kommt die MRN direkt aus der Zollsoftware. Mehr zum Ablauf unter Verzollung.
Bei der Ausfuhr steht die MRN auf dem Ausfuhrbegleitdokument und auf dem Ausgangsvermerk, im Versandverfahren auf dem Versandbegleitdokument. Bei der Einfuhr wird sie nach Annahme der Zollanmeldung vergeben. Wer die Anmeldung nicht selbst abgibt, erhält die MRN von seiner Spedition oder seinem Zolldienstleister.
Die MRN wird automatisch vom Zollsystem des Mitgliedstaats vergeben, in dem die Anmeldung angenommen wird, in Deutschland von ATLAS. Sie muss nicht beantragt werden. Jede Anmeldung erhält eine eigene MRN.
Nein. Die Sendungsnummer vergibt ein Paketdienst oder eine Spedition für die Sendungsverfolgung. Die MRN vergibt der Zoll für eine Zollanmeldung. Eine Sendung kann mehrere MRN haben, zum Beispiel eine für die Ausfuhr und eine für ein anschließendes Versandverfahren.