Odette-Label: Warenanhänger, VDA 4902 und GTL
Odette-Label in der Automobillogistik: Inhalte und Barcodes des Warenanhängers, Bezug zu VDA 4902 und Global Transport Label sowie zum EDI-Lieferavis.
Odette-Label in der Automobillogistik: Inhalte und Barcodes des Warenanhängers, Bezug zu VDA 4902 und Global Transport Label sowie zum EDI-Lieferavis.
Ein Odette-Label ist ein standardisierter Warenanhänger der Automobilindustrie, der Ladungsträger und Packstücke mit Angaben zu Lieferant, Empfänger, Teilenummer und Menge kennzeichnet. Die Daten stehen in Klarschrift und als Barcode auf dem Etikett. Sie werden im Wareneingang gescannt und mit dem elektronischen Lieferavis abgeglichen.
Ein Odette-Label ist ein standardisierter Warenanhänger, mit dem Ladungsträger und Packstücke in der Automobilindustrie gekennzeichnet werden. Es enthält Angaben zu Lieferant, Empfänger, Teil und Menge in Klarschrift und als Barcode. Herausgeber ist Odette International, eine europäische Organisation der Automobilindustrie für Standards im Datenaustausch und in der Logistik. Der Name steht für „Organisation for Data Exchange by Tele Transmission in Europe“.
Gemeint ist das klassische Odette Transport Label (OTL) im Format A5. In Deutschland ist der vergleichbare Warenanhänger nach VDA 4902 verbreitet. Für kleine Packstücke gibt es eine schmalere Variante.
Das Odette Transport Label ist in einen Versandteil und einen Teil zur Teileidentifikation gegliedert. Typische Angaben sind:
Teilenummer, Menge, Lieferantennummer und Packstücknummer sind zusätzlich als Barcode aufgedruckt. Ein vorangestellter Datenbezeichner zeigt, welche Information der Barcode enthält, zum Beispiel P für die Teilenummer und Q für die Menge. Bei gemischten Ladungsträgern mit verschiedenen Teilen beschreibt ein Master-Label die gesamte Einheit. Weil die Etiketten im Wareneingang gescannt werden, ist die Druckqualität wichtig. Schlecht lesbare Codes führen zu No-Read-Teilen und manueller Nacharbeit.
Das Global Transport Label (GTL) ist die neuere Generation des Warenanhängers. Odette hat es gemeinsam mit dem nordamerikanischen Automobilverband AIAG und dem japanischen Verband JAMA entwickelt und dabei die Norm ISO 15394 berücksichtigt. Gegenüber OTL und VDA 4902 sind vor allem zwei Punkte neu:
In Deutschland beschreibt die VDA-Empfehlung 4994 das Global Transport Label; sie ersetzt VDA 4902. Odette pflegt ein inhaltlich entsprechendes Profil. Welches Label ein Lieferant verwenden muss, legt der Abnehmer in seinen Logistikrichtlinien fest. Deshalb können in der Praxis beide Generationen nebeneinander vorkommen.
Das Label ist das physische Gegenstück zu den elektronischen Lieferdaten. Bevor die Ware den Lieferanten verlässt, schickt dieser per EDI ein Lieferavis an den Empfänger, in der Automobilindustrie etwa nach VDA 4913 oder als EDIFACT-Nachricht DESADV. Darin stehen dieselben Packstücknummern, Sachnummern und Mengen wie auf den Labels. Beim Scannen im Werk gleicht der Empfänger Label und Avis ab und bucht die Ware ein, ohne Daten abzutippen. Stimmen beide nicht überein, muss die Abweichung geklärt werden.
Das Label erstellt der Lieferant. Für den Transport ist es trotzdem wichtig. Bei Abholung und Übergabe prüft der Fahrer, ob die Ladungsträger gekennzeichnet sind und die Anzahl zu den Frachtdokumenten passt. In Umschlagsterminals und bei Belieferung nach dem Just-in-Sequence-Prinzip werden die Labels gescannt, um Packstücke Touren und Abladestellen zuzuordnen. Fehlende oder beschädigte Labels können am Werkstor zu Verzögerungen führen. Übernimmt eine Spedition Lager- und Versandleistungen für einen Zulieferer, muss sie die Labels unter Umständen selbst nach den Vorgaben des Abnehmers erstellen.
Das klassische Odette Transport Label hat das Format A5. Für kleine Packstücke gibt es eine schmalere Variante. Beim Global Transport Label sind ebenfalls mehrere Größen vorgesehen, darunter A5 und A6.
Das klassische Odette Transport Label verwendet den linearen Code 39. Das Global Transport Label nutzt Code 128 und zusätzlich 2D-Codes wie Data Matrix oder QR-Code.
Gesetzlich nicht. Die Pflicht ergibt sich aus den Logistikrichtlinien oder dem Liefervertrag des jeweiligen Automobilherstellers oder Zulieferers. Darin ist auch festgelegt, ob ein Odette-Label, ein VDA-Warenanhänger oder ein Global Transport Label verlangt wird.
Lieferanten können die Labels aus ihrem ERP- oder Versandsystem mit einer Etikettenvorlage nach dem geforderten Standard drucken. Die Daten kommen aus dem Lieferabruf des Kunden und aus dem eigenen Versandauftrag. Abnehmer können vor dem ersten Einsatz Musterlabels auf Inhalt und Lesbarkeit prüfen.