Logistik lexikon

Silo: Schüttgutlagerung, Entleerung und Silo-Lkw

Silo: Wie Schüttgut im Silo gelagert und entleert wird, Kernfluss und Massenfluss, Silo-Lkw mit Druckluftentladung und Sicherheitsrisiken.

Ein Silo ist ein Behälter zur Lagerung von Schüttgut wie Getreide, Zement, Kunststoffgranulat oder Futtermitteln. Das Gut wird von oben eingefüllt und unten über einen Auslauftrichter oder Austraggeräte entnommen. In der Transportlogistik bezeichnet Silo außerdem den Behälteraufbau von Silofahrzeugen. Silos nutzen wenig Grundfläche und schützen das Gut vor Witterung.

Was ist ein Silo?

Ein Silo ist ein geschlossener Behälter, in dem Schüttgut gelagert, gepuffert und dosiert abgegeben wird. Silos stehen in Industrie, Landwirtschaft und Umschlaganlagen und bestehen aus Stahl, Edelstahl, Aluminium oder Beton. Durch die stehende Bauweise nutzen sie wenig Grundfläche und schützen das Gut vor Witterung und Verschmutzung.

Abzugrenzen ist das Silo vom Tank. Flüssigkeiten und Gase zählen zum Fließgut und werden in Tanks gelagert und in Tankfahrzeugen oder Tankcontainern befördert. Silos sind für rieselfähige, körnige oder pulverförmige Güter ausgelegt.

Wie funktioniert die Entleerung eines Silos?

Das Gut fließt durch Schwerkraft in einen Auslauftrichter am Boden. Austraggeräte wie Förderschnecken oder Zellenradschleusen geben es dosiert ab. Feine Pulver werden über Belüftung aufgelockert, damit sie gleichmäßig fließen. Wie das Gut fließt, hängt von seinen Eigenschaften und von der Form des Trichters ab:

  • Kernfluss: Nur eine Zone über der Auslauföffnung bewegt sich, daneben bleiben tote Zonen stehen. Das Gut dort lagert länger und kann an Qualität verlieren.
  • Massenfluss: Der gesamte Inhalt bewegt sich beim Entleeren. Dafür braucht der Trichter ausreichend steile Wände. Massenfluss vermeidet tote Zonen, und was zuerst eingefüllt wurde, kommt auch zuerst wieder heraus.
  • Brückenbildung: Haftendes Gut bildet über einer zu kleinen Öffnung eine stabile Brücke, und der Auslauf stockt.
  • Schachtbildung: Im Kernfluss verfestigt sich das ruhende Gut so stark, dass nach dem Entleeren der Mitte ein Schacht stehen bleibt.
  • Entmischung: Beim Befüllen trennen sich Teilchen unterschiedlicher Größe oder Dichte. Am Auslauf schwankt dann die Zusammensetzung.

Welche Silo-Bauformen gibt es in der Logistik?

  • Ortsfeste Silos: Lagersilos bei Produktionsbetrieben, Mühlen oder Umschlaganlagen. Über Verladesilos werden Fahrzeuge von oben befüllt.
  • Baustellensilos: Mobile Silos, die auf Baustellen aufgestellt werden und Trockenbaustoffe bereitstellen.
  • Silofahrzeuge: Lkw oder Sattelauflieger mit Silobehälter für den Transport von Schüttgut auf der Straße.

Wie wird ein Silo-Lkw beladen und entladen?

Ein Silo-Lkw wird von oben über Einfüllöffnungen im Behälter beladen, zum Beispiel aus einem Verladesilo. Entladen wird pneumatisch: Ein Kompressor setzt den Behälter unter Druck, und die Luft fördert das Gut über einen Schlauch in das Silo des Empfängers. Bei Kippsilos wird der Behälter zusätzlich angehoben, damit das Gut zum Auslauf rutscht.

Für die Disposition sind bei Silotransporten neben Produkt, Menge und Gewicht auch die Bedingungen an der Entladestelle wichtig, etwa ob dort ein Silo mit passendem Anschluss vorhanden ist und ob das Fahrzeug einen eigenen Kompressor braucht. Bei Lebensmitteln und Futtermitteln muss der Behälter zwischen unterschiedlichen Ladungen gereinigt werden.

Welche Sicherheitsrisiken gibt es bei Silos?

Brennbare Stäube wie Mehl oder Holzstaub können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Silos für solche Güter brauchen deshalb Maßnahmen des Explosionsschutzes. Gefährlich ist auch das Einsteigen in ein Silo: Es drohen Verschütten und Ersticken. Arbeiten im Inneren sind nur mit besonderen Schutzmaßnahmen zulässig. Manche Schüttgüter sind zudem Gefahrgut und unterliegen beim Transport den entsprechenden Vorschriften.

Was bedeutet Silo im übertragenen Sinn?

In der IT und im Management steht Silo für getrennte Bereiche, die Daten oder Wissen nicht teilen. Ein Datensilo ist ein System, dessen Daten anderen Systemen nicht zur Verfügung stehen. In Speditionen liegen Auftragsdaten zum Beispiel teils im E-Mail-Postfach, teils in Excel-Listen und teils im TMS. Jeder Medienbruch bedeutet erneute Eingabe in der Auftragserfassung.

Eine Möglichkeit, diesen Bruch zu schließen, ist GM-DocuStream. Die Software liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und E-Mail-Texten, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt jeden Auftrag nach Prüfung und Freigabe durch den Disponenten an das TMS.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Silo und Tank?

Ein Silo nimmt Schüttgut auf, also körnige oder pulverförmige Güter wie Zement, Getreide oder Granulat. Ein Tank nimmt Flüssigkeiten oder Gase auf. Entsprechend unterscheiden sich Silofahrzeuge und Tankfahrzeuge in Aufbau und Entladetechnik.

Welche Güter werden im Silo-Lkw transportiert?

Transportiert werden rieselfähige Schüttgüter, zum Beispiel Zement, Kalk, Mehl, Zucker, Futtermittel oder Kunststoffgranulat. Für Lebensmittel und Futtermittel werden Fahrzeuge eingesetzt, die für diese Güter geeignet sind und zwischen den Ladungen gereinigt werden.

Was ist ein Baustellensilo?

Ein Baustellensilo ist ein mobiles Silo, das auf einer Baustelle aufgestellt wird und Trockenbaustoffe wie Mörtel oder Putz bereitstellt. Es wird per Lkw angeliefert und bei Bedarf von einem Silofahrzeug nachgefüllt.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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