Tankcontainer (ISO-Tank): Aufbau, Typen, Einsatz
Tankcontainer (ISO-Tank): Aufbau aus Rahmen und Tankkörper, Typen nach T-Code, Regeln für Gefahrgut und Füllungsgrad, Unterschied zum Tankwagen.
Tankcontainer (ISO-Tank): Aufbau aus Rahmen und Tankkörper, Typen nach T-Code, Regeln für Gefahrgut und Füllungsgrad, Unterschied zum Tankwagen.
Ein Tankcontainer, auch ISO-Tank genannt, ist ein Tank für flüssige, gasförmige oder pulverförmige Güter, der in einen Stahlrahmen mit den Maßen eines ISO-Containers eingebaut ist. Er lässt sich wie ein Standardcontainer stapeln und zwischen Schiff, Bahn und Lkw umschlagen, ohne dass das Gut umgefüllt wird.
Ein Tankcontainer verbindet einen Tank mit den Abmessungen und Eckbeschlägen eines ISO-Containers. Als 20-Fuß-Einheit zählt er als ein TEU. Synonym sind die Bezeichnungen ISO-Tank, ISO-Tankcontainer und Tanktainer. Befördert werden Chemikalien, Mineralölprodukte, Gase und Lebensmittel wie Speiseöle, Säfte oder Wein, sowohl als Gefahrgut als auch als ungefährliches Gut.
Abzugrenzen ist der Tankcontainer von:
Für Gefahrgut unterscheiden die Vorschriften zwei Bauarten. Ortsbewegliche Tanks nach den UN-Vorschriften, die im IMDG-Code für den Seeverkehr sowie im ADR und RID für Straße und Schiene gelten, werden mit T-Codes eingestuft. T1 bis T22 stehen für flüssige und feste Stoffe, T50 für nicht tiefgekühlt verflüssigte Gase und T75 für tiefgekühlt verflüssigte Gase. Daneben gibt es Tankcontainer nach ADR/RID, die mit einer eigenen Tankcodierung gekennzeichnet sind und im Geltungsbereich von ADR und RID eingesetzt werden.
Nach Ladegut unterscheidet man außerdem Chemietanks, Lebensmitteltanks, die nur für Lebensmittel verwendet werden, Gastanks, Kühltanks und Silotankcontainer für Pulver und Granulate.
Für dünnflüssige Gefahrgüter mit einer Viskosität unter 2680 mm²/s bei 20 °C dürfen ortsbewegliche Tanks nicht mit einem Füllungsgrad von mehr als 20 und weniger als 80 Prozent befördert werden, es sei denn, der Tank ist durch Trenn- oder Schwallwände in Abschnitte von höchstens 7500 Litern unterteilt. Der Grund sind Schwallbewegungen der Flüssigkeit beim Bremsen und in Kurven. Nach oben begrenzen stoffabhängige Höchstfüllgrade die Menge, damit Platz für die Wärmeausdehnung bleibt.
Zwischen zwei Ladungen muss der Tank gereinigt werden, wenn das neue Gut nicht mit dem vorherigen verträglich ist. Ein in Europa verwendeter Nachweis für die Reinigung ist das European Cleaning Document (ECD).
Der wichtigste Vorteil ist die Eignung für den intermodalen Verkehr: Das Gut bleibt vom Abfüllort bis zum Empfänger im selben Behälter. Das senkt das Risiko von Verunreinigung und Leckagen beim Umfüllen. Gegenüber Fässern oder IBC fallen weniger Verpackung und Handling an, und der Tank kann beim Empfänger als Zwischenlager dienen. Nachteile sind das Eigengewicht, die Kosten für Reinigung und Leerrückführung sowie die Abhängigkeit von passenden Containerchassis und Abfüllanlagen.
Für die Disposition sind neben Lade- und Entladestelle zahlreiche Angaben nötig: Produkt, UN-Nummer und Gefahrgutklasse, Menge, Temperaturvorgaben, Reinigungsanforderungen, Vorladungen, Bodenventil oder Domentladung sowie benötigtes Equipment wie Schlauch oder Pumpe. Fehlt eine dieser Angaben bei der Auftragserfassung, kann es passieren, dass das Fahrzeug an der Rampe steht und nicht entladen kann. Ein Beispiel ist ein Chemiehersteller, der ein beheiztes Produkt im Tankcontainer per Bahn zum Seehafen schickt. Die Spedition organisiert den Vorlauf per Lkw zum Bahnterminal und sorgt dafür, dass der Tank vor der Verladung aufgeheizt wird.
Das Fassungsvermögen hängt von der Bauart des Tankcontainers ab. Wie viel tatsächlich geladen werden darf, hängt außerdem vom Gewicht des Produkts, vom zulässigen Füllungsgrad und von den Gewichtsgrenzen im Straßenverkehr ab.
Bei dünnflüssigem Gefahrgut in ortsbeweglichen Tanks gelten Einschränkungen: Ein Füllungsgrad zwischen 20 und 80 Prozent ist dann nur zulässig, wenn der Tank durch Schwallwände in Abschnitte von höchstens 7500 Litern unterteilt ist.
Die Reinigung erfolgt in spezialisierten Tankreinigungsanlagen, je nach Vorprodukt mit Wasser, Dampf, Lauge oder Lösungsmitteln. Die Anlage dokumentiert die Reinigung, in Europa etwa mit dem European Cleaning Document.
Beim Tankwagen ist der Tank fest mit dem Fahrzeug verbunden. Ein Tankcontainer kann dagegen vom Chassis gehoben und auf Schiff oder Bahn umgeschlagen werden, ohne dass das Gut umgefüllt wird.