Zugewiesener Bestand: Reservierung und Verfügbarkeit
Zugewiesener Bestand: Unterschied zu physischem und verfügbarem Bestand, harte und weiche Reservierung, Berechnung und typische Fehlerquellen.
Zugewiesener Bestand: Unterschied zu physischem und verfügbarem Bestand, harte und weiche Reservierung, Berechnung und typische Fehlerquellen.
Zugewiesener Bestand ist der Teil des physischen Lagerbestands, der bereits einem Kundenauftrag, Fertigungsauftrag oder einem anderen Bedarf fest zugeordnet ist. Die Ware liegt noch im Lager, steht für neue Aufträge aber nicht mehr zur Verfügung. Gleichbedeutend sind die Begriffe reservierter Bestand, Vormerkbestand und Allocated Stock.
Zugewiesener Bestand bezeichnet Ware, die physisch noch im Lager liegt, aber bereits für einen bestimmten Bedarf vorgesehen ist. Typische Bedarfe sind Kundenaufträge, Fertigungsaufträge oder Umlagerungen in ein anderes Lager. Gleichbedeutend werden die Begriffe reservierter Bestand, Reservierungsbestand, Vormerkbestand oder im Englischen Allocated Stock verwendet. Im Bestandsmanagement ist er eine von mehreren Bestandsarten, die ein ERP- oder Lagerverwaltungssystem getrennt ausweist.
Abzugrenzen ist der zugewiesene Bestand von diesen Bestandsarten:
Im einfachsten Fall gilt: verfügbarer Bestand gleich physischer Bestand minus zugewiesener Bestand. Liegen 500 Kartons eines Artikels im Lager und sind 120 davon für offene Kundenaufträge reserviert, können noch 380 Kartons neu zugesagt werden. Der physische Bestand ändert sich durch die Reservierung nicht.
In der Materialwirtschaft wird der verfügbare Bestand auch weiter gefasst: Lagerbestand plus Bestellbestand (offene Bestellungen beim Lieferanten) minus Vormerkbestand minus Sicherheitsbestand. Diese Rechnung zeigt, ob ein Bedarf auch unter Berücksichtigung bereits bestellter Ware gedeckt ist. Ergibt sich ein negativer Wert, droht eine Fehlmenge.
Wird ein Auftrag storniert oder geändert, muss die Reservierung aufgehoben oder angepasst werden. Sonst bleibt Ware gebunden, obwohl kein Bedarf mehr besteht.
Bei einer weichen Zuweisung reserviert das System nur eine Menge, ohne festzulegen, welche Paletten oder Lagerplätze verwendet werden. Das lässt dem Lager Spielraum, etwa um nach dem FIFO-Prinzip oder nach kurzen Wegen zu kommissionieren.
Bei einer harten Zuweisung wird ein konkreter Lagerplatz, eine bestimmte Charge oder eine Seriennummer gebunden. Das ist nötig, wenn ein Kunde eine bestimmte Charge verlangt, wenn Mindesthaltbarkeitsdaten eingehalten werden müssen oder wenn Ware für einen Termin bereits in einer Bereitstellungszone steht. Harte Zuweisungen schränken die Flexibilität im Lager ein und sind deshalb dort sinnvoll, wo sie fachlich nötig sind.
Ein Logistikdienstleister betreibt für einen Händler ein Lager. Der Händler übermittelt morgens eine Liste mit Auslieferaufträgen. Sobald die Aufträge im WMS angelegt sind, wird die Ware zugewiesen. Für einen Kunden, der eine bestimmte Charge verlangt, wird diese hart reserviert. Für die übrigen Positionen wählt das System die Lagerplätze erst beim Erstellen der Pickliste. Nach der Verladung bucht der Warenausgang die Mengen ab, und der zugewiesene Bestand dieser Aufträge sinkt auf null. Der Händler sieht in den Bestandsmeldungen, wie viel Ware noch frei verfügbar ist, und plant seine Nachbestellungen im Rahmen des Lieferkettenmanagements danach.
Reservierter Bestand ist ein anderer Begriff für zugewiesenen Bestand. Gemeint ist Ware, die im Lager liegt, aber bereits einem Auftrag zugeordnet ist und deshalb nicht erneut verkauft werden kann.
Ja. Zugewiesene Ware liegt physisch im Lager und ist Teil des Lagerbestands. Erst mit der Warenausgangsbuchung verlässt sie den Bestand.
Eine Reservierung endet regulär mit dem Warenausgang. Sie wird außerdem aufgehoben, wenn der Auftrag storniert oder die Menge geändert wird oder wenn die Reservierung nach einer festgelegten Frist manuell oder automatisch freigegeben wird.