Ballast: Ballastwasser, Ballastfahrt, Zugmaschine
Ballast im Transport: wozu Schiffe Ballastwasser aufnehmen, was das Ballastwasser-Übereinkommen regelt und wie Ballastzugmaschinen arbeiten.
Ballast im Transport: wozu Schiffe Ballastwasser aufnehmen, was das Ballastwasser-Übereinkommen regelt und wie Ballastzugmaschinen arbeiten.
Ballast ist zusätzliches Gewicht ohne eigenen Frachtwert, das ein Transportmittel gezielt aufnimmt, um Stabilität, Trimm oder Zugkraft zu verbessern. In der Seeschifffahrt ist das vor allem Ballastwasser in eigenen Tanks, im Schwertransport auf der Straße das Ballastgewicht auf schweren Zugmaschinen und bei Mobilkranen das Gegengewicht.
Ballast ist Gewicht, das nicht befördert wird, um Geld zu verdienen, sondern damit ein Fahrzeug oder Schiff sicher und wirksam arbeiten kann. Er wird gezielt aufgenommen, verteilt und wieder abgegeben. Damit unterscheidet sich Ballast von der Ladung: Die Ladung ist Gegenstand des Frachtvertrags, der Ballast ist ein technisches Hilfsmittel des Transportmittels selbst.
Der Begriff kommt in mehreren Verkehrsträgern vor. In der Seeschifffahrt geht es um Ballastwasser und um Fahrten ohne Ladung. Im Straßenverkehr spielt Ballast vor allem im Schwerlasttransport eine Rolle, wo schwere Zugmaschinen zusätzliche Masse auf die Antriebsachsen bringen. Bei Mobilkranen heißt das Gegengewicht ebenfalls Ballast.
Ein Schiff ist für einen bestimmten Beladungszustand ausgelegt. Ist es leer oder nur teilweise beladen, liegt es zu hoch im Wasser. Um Stabilität und Gewichtsverteilung auszugleichen, nimmt es Seewasser in Ballasttanks auf. Beim Beladen wird das Wasser wieder abgegeben. Ballastwasser dient dazu,
Früher wurde fester Ballast wie Steine oder Sand verwendet. Heute ist bei Handelsschiffen Ballastwasser üblich, weil es sich über Pumpen schnell aufnehmen und abgeben lässt.
Fährt ein Schiff ohne Ladung, nur mit Ballastwasser, spricht man von einer Fahrt in Ballast oder Ballastfahrt (englisch: in ballast). Sie entspricht der Leerfahrt im Straßengüterverkehr. Ballastfahrten entstehen, wenn ein Schiff nach dem Löschen keine passende Anschlussladung im Hafen findet und zum nächsten Ladehafen verlegt wird. Für Reedereien und Charterer sind sie unproduktive Strecken, weil keine Fracht verdient wird.
Mit dem Ballastwasser werden Organismen aus einem Hafen in andere Meeresregionen verschleppt. Dort können sie sich ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Deshalb hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) 2004 das Internationale Übereinkommen zur Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser und Sedimenten von Schiffen angenommen. Es ist seit dem 8. September 2017 in Kraft und wird auch BWM-Übereinkommen (Ballast Water Management) genannt.
Im Schwertransport auf der Straße werden sehr schwere Lasten auf Modulfahrzeugen oder Tiefladern bewegt. Damit die Antriebsräder beim Anfahren nicht durchdrehen, brauchen die angetriebenen Achsen genügend Gewicht. Ballastzugmaschinen tragen dafür statt einer Sattelkupplung einen Ballastkasten über den Antriebsachsen, gefüllt mit Beton oder Stahl. Sie ziehen oder schieben die Last über eine Zugdeichsel. Für mehr Kontrolle in Kurven und im Gefälle kann eine zweite Zugmaschine am anderen Ende ziehen oder schieben.
Bei Mobilkranen verhindert der Ballast als Gegengewicht das Kippen beim Heben. Große Krane bringen ihren Ballast nicht vollständig selbst mit; er wird mit eigenen Lkw zum Einsatzort gefahren. Für die Disposition sind das eigene Transporte, oft mit Schwergut-Charakter.
Ballast zählt zum tatsächlichen Gewicht des Fahrzeugs. Er geht in Gesamtgewicht und Achslasten ein und muss bei Genehmigungen für Großraum- und Schwertransporte mit angegeben werden. Zu viel Ballast kostet Nutzlast, zu wenig führt zu fehlender Zugkraft oder einer unzulässigen Achslastverteilung. Lose Ballastgewichte müssen so befestigt sein, dass sie sich während der Fahrt nicht verschieben. In der Seefracht ist Ballast dagegen Sache der Schiffsführung; für Speditionen wird er nur indirekt sichtbar, etwa über Fahrpläne und Verfügbarkeit von Schiffsraum.
Ohne Ladung liegt ein Schiff zu hoch im Wasser und ist weniger stabil. Ballastwasser in eigenen Tanks gleicht das aus, stellt Trimm und Tiefgang ein und hält Propeller und Ruder ausreichend unter Wasser. Beim Beladen wird es wieder abgepumpt.
Das Übereinkommen der IMO wurde 2004 angenommen und ist am 8. September 2017 in Kraft getreten. Es verlangt den Austausch oder die Behandlung von Ballastwasser, damit keine fremden Organismen in andere Meeresregionen gelangen.
Eine Ballastzugmaschine ist eine schwere Zugmaschine für Schwertransporte, die statt einer Sattelkupplung einen Ballastkasten über den Antriebsachsen trägt. Das zusätzliche Gewicht erhöht die Zugkraft, damit sehr schwere Anhängelasten angefahren und gezogen oder geschoben werden können.
Ja. Ballast ist Teil des tatsächlichen Gewichts und verteilt sich auf die Achsen. Er muss bei Gesamtgewicht, Achslasten und bei Genehmigungen für Schwertransporte berücksichtigt werden.