Logistik lexikon

Dauerpalette: Mehrwegpalette im festen Kreislauf

Dauerpalette: Was mit dem Begriff gemeint ist, Materialien wie Kunststoff und Metall und der Unterschied zu Einwegpalette, Tausch- und Poolpalette.

Eine Dauerpalette ist eine Palette, die für sehr viele Umläufe gebaut ist und dauerhaft in einem geschlossenen Kreislauf bleibt, etwa zwischen Werk, Lager und festen Empfängern. Der Begriff ist nicht genormt und wird oft gleichbedeutend mit Mehrwegpalette verwendet.

Was ist eine Dauerpalette?

Eine Dauerpalette ist eine Palette, die über lange Zeit und viele Umläufe im Einsatz bleibt. Typisch ist, dass sie einen festen Eigentümer hat und in einem geschlossenen Kreislauf läuft: Sie fährt mit der Ware zum Empfänger und kommt als Leergut zurück. Dauerpaletten können aus Kunststoff, Metall oder besonders stabilem Holz bestehen.

Wichtig ist die Einordnung: „Dauerpalette“ ist kein genormter Fachbegriff. Es gibt keine Norm und keine verbindliche Definition. Gebräuchlicher sind die Begriffe Mehrwegpalette für alle Paletten, die mehrfach genutzt werden, und Poolpalette oder Tauschpalette für bestimmte Organisationsformen. Wer den Begriff in einem Auftrag oder Vertrag liest, sollte nachfragen, welche Palette genau gemeint ist und wem sie gehört.

Was ist der Unterschied zwischen Dauerpalette, Einwegpalette und Tauschpalette?

  • Einwegpalette: wird für einen einzigen Transport genutzt und beim Empfänger nicht zurückgegeben.
  • Tauschpalette: eine genormte Mehrwegpalette wie die Europalette, die im offenen Tausch Zug um Zug gegen gleichartige Paletten getauscht wird. Der Eigentümer der einzelnen Palette wechselt dabei. Die Abwicklung beschreibt der Beitrag Lademitteltausch.
  • Poolpalette: gehört einem Pool-Anbieter und wird gegen Gebühr gemietet. Der Anbieter organisiert Rückholung, Reinigung und Reparatur. Mehr dazu unter Mehrweglogistik und Pooling.
  • Dauerpalette: bleibt im Eigentum eines Unternehmens und läuft nur zwischen festgelegten Stellen. Sie wird nicht getauscht, sondern zurückgeführt.

Alle diese Paletten sind Lademittel. Neben Flachpaletten gibt es auch Boxpaletten wie die Gitterbox, die ebenfalls im Kreislauf eingesetzt werden.

Aus welchen Materialien besteht eine Dauerpalette?

Kunststoff, etwa Polyethylen (HDPE) oder Polypropylen: Kunststoffpaletten nehmen kaum Feuchtigkeit auf, behalten ihre Maße und lassen sich waschen. Deshalb werden sie in der Lebensmittel- und Pharmalogistik und in automatischen Lagern eingesetzt. Es gibt sie auch als Vierwegepalette mit Klötzen, ähnlich der Blockpalette aus Holz.

Metall, also Stahl oder Aluminium, wird für hohe Lasten oder besondere Abmessungen verwendet. Metallpaletten sind sehr robust.

Holz kann ebenfalls als Dauerpalette dienen, wenn die Palette stabil gebaut ist und regelmäßig instand gesetzt wird.

Wann lohnt sich eine Dauerpalette?

Eine Dauerpalette lohnt sich, wenn die Kreisläufe überschaubar und planbar sind, zum Beispiel zwischen einem Werk und festen Kunden oder zwischen Produktionsstandorten. Je mehr Umläufe eine Palette schafft, desto geringer werden die Kosten pro Transport. Dazu kommen gleichbleibende Maße, die für Fördertechnik und automatische Lager wichtig sind.

Dem stehen höhere Anschaffungskosten und der Aufwand für die Rückführung gegenüber. Das Leergut muss gesammelt, transportiert und verbucht werden. Ohne klare Bestandsführung gehen Paletten verloren. Für Kunststoff- und Metallpaletten gibt es im Export einen weiteren Punkt: Sie fallen nicht unter ISPM 15, weil die Vorschrift nur für Holzverpackungen aus Massivholz gilt. Mehr dazu unter Exportverpackung.

Welche Rolle spielt die Dauerpalette in der Spedition?

Für eine Spedition bedeutet eine Dauerpalette vor allem: Sie gehört dem Kunden und muss zurück. Anders als bei Europaletten wird nicht getauscht. Im Auftrag sollte deshalb stehen, um welche Palette es sich handelt, ob Leergut mitgenommen werden soll und wohin es geht. Diese Angaben gehören bei der Auftragserfassung in eigene Felder, damit der Fahrer beim Empfänger weiß, dass er das Leergut aufladen soll, und die Rückführung im TMS als eigener Auftrag oder als Zusatzleistung abgerechnet werden kann.

Häufige Fragen

Was ist eine Mehrwegpalette?

Eine Mehrwegpalette ist eine Palette, die für die mehrfache Nutzung gebaut ist. Dazu gehören Tauschpaletten wie die Europalette, gemietete Poolpaletten und Paletten, die ein Unternehmen in eigenen Kreisläufen einsetzt. Das Gegenstück ist die Einwegpalette.

Brauchen Kunststoffpaletten einen ISPM-15-Stempel?

Nein. ISPM 15 gilt für Verpackungen aus Massivholz. Paletten aus Kunststoff oder Metall sind davon nicht erfasst und brauchen keine Behandlung und Kennzeichnung nach ISPM 15.

Können Dauerpaletten getauscht werden?

Nein, sofern nichts anderes vereinbart ist. Dauerpaletten gehören einem bestimmten Unternehmen und werden an dieses zurückgegeben. Ein Tausch gegen andere Paletten ist nur möglich, wenn die Beteiligten das ausdrücklich vereinbaren.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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