Logistik lexikon

Quereinlagerung: Paletten quer im Regal lagern

Quereinlagerung im Palettenregal: Unterschied zur Längseinlagerung, nötige Tiefenauflagen, Platzbedarf je Regalfeld sowie Vor- und Nachteile.

Quereinlagerung ist eine Einlagerungsart im Palettenregal, bei der die Palette mit ihrer Längsseite zum Gang steht. Bei einer Europalette zeigt die 1200 mm lange Seite zum Gang, die Palette reicht nur 800 mm in die Tiefe. Das Gegenstück ist die Längseinlagerung, bei der die schmale Seite zum Gang zeigt.

Was ist Quereinlagerung?

Bei der Quereinlagerung, auch Querlagerung genannt, wird eine Palette so in ein Palettenregal gestellt, dass ihre Längsseite parallel zu den Traversen und damit zum Gang liegt. Bei einer Europalette mit 1200 × 800 mm zeigt also die 1200 mm lange Seite zum Gang. In die Tiefe des Regals reicht die Palette nur 800 mm.

Die Bezeichnung richtet sich nach der Einlagerungsrichtung. Wird die Palette mit der schmalen Seite voran eingeschoben, steht sie der Länge nach im Regal: Das ist die Längseinlagerung. Wird sie mit der Längsseite voran eingelagert, steht sie quer. Der Gabelstapler nimmt die Europalette bei der Quereinlagerung von der Längsseite auf. Das ist möglich, weil Stapler die Europalette von allen vier Seiten unterfahren können.

Was ist der Unterschied zwischen Quereinlagerung und Längseinlagerung?

  • Längseinlagerung: Die schmale Seite (800 mm) zeigt zum Gang, die Palette reicht 1200 mm in die Tiefe. Ihre Unterzüge liegen quer über beiden Traversen, die Palette trägt sich damit selbst. In einem Regalfeld mit 2700 mm Traversenlänge stehen drei Europaletten nebeneinander.
  • Quereinlagerung: Die Längsseite (1200 mm) zeigt zum Gang, die Palette reicht 800 mm in die Tiefe. Die Unterzüge verlaufen parallel zu den Traversen. Das Regal ist weniger tief, in ein Feld mit 2700 mm Traversenlänge passen aber nur zwei Europaletten.

Die Längseinlagerung ist bei Europaletten die übliche Bauweise. Die Quereinlagerung wird vor allem gewählt, wenn die verfügbare Tiefe begrenzt ist oder Ladungsträger mit abweichenden Maßen gelagert werden.

Welche technischen Voraussetzungen hat die Quereinlagerung?

Weil die Unterzüge der Palette parallel zu den Traversen liegen, trägt sich die Palette bei der Quereinlagerung nicht selbst. Sie braucht zusätzliche Auflagen. Dafür eignen sich Tiefenauflagen, auch Tiefenstege genannt, oder Gitterroste und durchgehende Fachböden.

Die zulässigen Fach- und Feldlasten gibt der Regalhersteller für eine bestimmte Konfiguration an. Wer ein Regal von Längs- auf Quereinlagerung umstellt oder unterschiedliche Ladungsträger wie Europalette und Gitterbox mischt, muss Rahmentiefe, Auflagen und Lastangaben mit dem Hersteller abstimmen und die Kennzeichnung der zulässigen Lasten anpassen.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Quereinlagerung?

Vorteile der Quereinlagerung:

  • geringere Regaltiefe, dadurch auch in schmalen Bereichen oder entlang von Wänden einsetzbar
  • breite Front zum Gang und geringe Greiftiefe, was die Entnahme von Hand aus der Palette erleichtert
  • kürzere Last in Gabelrichtung, wodurch die erforderliche Arbeitsgangbreite je nach Stapler geringer ausfallen kann; maßgeblich sind die Herstellerangaben

Nachteile der Quereinlagerung:

  • weniger Paletten je Meter Regallänge, also mehr Regal- und Ganglänge für dieselbe Zahl an Stellplätzen
  • zusätzliche Kosten für Tiefenauflagen, Gitterroste oder Fachböden
  • Einlagerung über die Längsseite erfordert Ladungsträger, die dafür geeignet sind

Welche Rolle spielt die Einlagerungsart für die Lagerplanung?

Die Einlagerungsart bestimmt, wie viele Stellplätze ein Lager auf einer gegebenen Fläche bietet. Bei der Planung eines Palettenregals oder Hochregallagers werden deshalb Hallengeometrie, Ladungsträger, Staplertyp und Gangbreiten gemeinsam betrachtet. Für Kennzahlen zur Flächen- und Raumausnutzung siehe Lagernutzung optimieren.

Auch die Lagerverwaltung muss die Einlagerungsart kennen. In den Lagerplatzstammdaten sind Maße und Traglast jedes Platzes hinterlegt. Nur so kann das System prüfen, ob eine Palette mit bestimmten Abmessungen auf einen Platz passt. In Kommissionierzonen mit Entnahme von Hand, etwa in der unteren Regalebene, kann die Quereinlagerung die Kommissionierung erleichtern, weil der Griff in die Palette kürzer ist.

Beispiel: Quereinlagerung an einer Hallenwand

In einem Lager steht entlang einer Hallenwand nur ein schmaler Streifen zur Verfügung. Eine Regalzeile mit Längseinlagerung würde wegen ihrer Tiefe in den Fahrweg ragen. Der Betreiber plant dort deshalb eine Regalzeile mit Quereinlagerung und Gitterrosten als Auflage. Die Zeile bietet je Meter weniger Stellplätze als ein Regal mit Längseinlagerung, nutzt aber eine Fläche, die sonst frei bliebe. Dort lagern Paletten mit Verbrauchsmaterial, das in der unteren Ebene direkt von Hand entnommen wird.

Häufige Fragen

Wie viele Europaletten passen in ein Regalfeld mit 2700 mm?

Bei Längseinlagerung passen drei Europaletten nebeneinander, bei Quereinlagerung zwei. Maßgeblich für die genaue Belegung sind die Angaben des Regalherstellers, da Abstände zwischen Paletten und Rahmen eingehalten werden müssen.

Braucht man bei Quereinlagerung Gitterroste?

Die Palette braucht bei Quereinlagerung zusätzliche Auflagen, weil ihre Unterzüge parallel zu den Traversen liegen. Das können Tiefenauflagen, Gitterroste oder Fachböden sein. Welche Lösung zulässig ist, legt der Regalhersteller für die jeweilige Last fest.

Welche Seite ist bei der Europalette die Längsseite?

Die Längsseite der Europalette ist 1200 mm lang, die Stirnseite 800 mm. Bei Längseinlagerung zeigt die Stirnseite zum Gang, bei Quereinlagerung die Längsseite.

Kann man ein Palettenregal von Längs- auf Quereinlagerung umbauen?

Grundsätzlich ja, aber Rahmentiefe, Auflagen und Feldbelegung ändern sich. Der Umbau sollte mit dem Regalhersteller abgestimmt werden, und die Kennzeichnung der zulässigen Lasten muss zur neuen Konfiguration passen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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