Reach-Stacker: Containerumschlag mit Teleskoparm
Reach-Stacker im Containerumschlag: Aufbau mit Teleskopausleger und Spreader, Tragfähigkeit je Reihe und Unterschied zu Straddle Carrier und Leerstapler.
Reach-Stacker im Containerumschlag: Aufbau mit Teleskopausleger und Spreader, Tragfähigkeit je Reihe und Unterschied zu Straddle Carrier und Leerstapler.
Ein Reach-Stacker ist ein Umschlaggerät mit Teleskopausleger und Spreader, das Container von oben greift, transportiert und stapelt. Er wird in Containerterminals, Binnenhäfen, Terminals des Kombinierten Verkehrs und Depots eingesetzt und kann Container auch in der zweiten oder dritten Reihe absetzen.
Ein Reach-Stacker, auch Reachstacker geschrieben, ist ein schweres Flurförderzeug für den Umschlag von Containern. Der Name setzt sich aus den englischen Wörtern reach (reichen) und stack (stapeln) zusammen. Anders als ein Gabelstapler nimmt er die Last nicht mit Gabeln von unten auf, sondern greift sie mit einem Spreader von oben. Der Spreader verriegelt sich mit Twistlocks in den oberen Eckbeschlägen des Containers. Er ist in der Länge verstellbar und nimmt damit 20-Fuß- und 40-Fuß-Container auf. Geräte für den Kombinierten Verkehr haben zusätzlich Greifarme, mit denen sich Wechselbrücken und Sattelauflieger an den Greifkanten anheben lassen.
Kern des Geräts ist ein hydraulischer Teleskopausleger, der schräg über dem Fahrzeug nach vorn ragt. Durch Ausfahren und Anheben des Auslegers erreicht der Reach-Stacker nicht nur den vordersten Container eines Stapels, sondern auch Stellplätze dahinter. Das Gegengewicht sitzt im Heck, gelenkt wird über die Hinterachse. Neben Geräten mit Dieselmotor bieten Hersteller auch elektrisch angetriebene Modelle an.
Die Tragfähigkeit sinkt mit der Reichweite: In der zweiten und dritten Reihe hebt ein Gerät weniger als in der ersten. Die genauen Werte stehen im Lastdiagramm des jeweiligen Modells.
Der wichtigste Vorteil ist die Flexibilität. Ein Reach-Stacker braucht keine Schienen oder feste Kranbahn, kann zwischen Lagerfläche, Lkw und Gleis pendeln und setzt Container über eine Fahr- oder Gleisspur hinweg in die zweite Reihe. Er eignet sich deshalb für Anlagen mit wechselndem Aufkommen und für Standorte, an denen sich ein Portalkran nicht lohnt.
Dem stehen Nachteile gegenüber. Das Gerät braucht breite Fahrgassen, die Stapeldichte ist geringer als unter einem Portalkran, und der Zugriff auf hintere Container ist nur möglich, wenn davor nicht zu hoch gestapelt ist. Hinzu kommt eine hohe Bodenbelastung, die befestigte und tragfähige Flächen voraussetzt.
Für Speditionen im Containerverkehr zeigt sich der Reach-Stacker dort, wo der Lkw be- oder entladen wird. Im Depot, im Bahnterminal oder auf der Stellfläche im Container Yard setzt das Gerät den Container auf das Chassis oder nimmt ihn herunter. Bei der Übergabe wird der Zustand des Containers im Equipment Interchange Receipt (EIR) festgehalten. Die Kosten für den Umschlag im Seehafenterminal sind Teil der Terminal Handling Charges.
Ob die Abfertigung zügig läuft, hängt auch von den Daten ab. Der Fahrer braucht Containernummer, Abhol- oder Annahmereferenz und das gebuchte Zeitfenster. Fehlt eine Angabe oder ist sie falsch, wird der Container nicht herausgegeben. In der Disposition sollten Wartezeiten an Terminals und Depots eingeplant werden.
Das hängt vom Modell und von der Reihe ab, in die gegriffen wird. In der zweiten und dritten Reihe ist die Tragfähigkeit geringer als in der ersten. Maßgeblich ist das Lastdiagramm des Herstellers.
In Deutschland zählt der Reach-Stacker zu den Flurförderzeugen. Fahrer brauchen deshalb wie beim Gabelstapler eine Ausbildung mit Befähigungsnachweis und eine schriftliche Beauftragung durch den Unternehmer. Hinzu kommt eine Einweisung auf das jeweilige Gerät.
Der Spreader ist das Lastaufnahmemittel, mit dem Container von oben gegriffen werden. Er greift mit vier Twistlocks in die oberen Eckbeschläge und verriegelt sich durch Drehen. Spreader an Reach-Stackern lassen sich teleskopisch auf 20 und 40 Fuß einstellen.