Die Europalette (EPAL) ist der wichtigste Standard-Ladungsträger in der europäischen Logistikkette. Um einen reibungslosen Tausch im offenen Palettenpool zu gewährleisten, wurden definierte Qualitätsklassen geschaffen. Diese Klassen bestimmen nicht nur den Wert der Palette, sondern auch deren Einsatzfähigkeit in automatisierten Systemen wie der Hochregaltechnik. Im Supply Chain Management des Jahres 2026 ist die korrekte Einstufung entscheidend für die Vermeidung von Störungen in der Intralogistik.
Die Bewertung erfolgt nach den Richtlinien der European Pallet Association (EPAL) und des GS1 Germany:
1. Neue EuropalettenDiese Paletten kommen direkt vom Hersteller. Sie weisen keine Gebrauchsspuren auf, das Holz ist hell und alle Brandzeichen (EPAL, EUR) sind gestochen scharf erkennbar.
2. Klasse A (Neuwertig / Sehr gut erhalten)Diese Paletten wurden nur wenige Male getauscht. Das Holz ist noch hell, es gibt keine nennenswerten Absplitterungen oder Verschmutzungen.
3. Klasse B (Gebraucht / Tauschfähig)Hierbei handelt es sich um die klassische "Tauschpalette". Das Holz ist durch Witterung und Nutzung dunkler (vergraut). Kleine Absplitterungen an den Kanten (die die Stabilität nicht beeinflussen) sind zulässig.
4. Klasse C (Verbraucht / Eingeschränkt tauschfähig)Diese Paletten weisen deutliche Mängel auf. Das Holz ist sehr dunkel oder stark verschmutzt. Größere Absplitterungen sind vorhanden, jedoch ist die Grundstabilität für den Transport noch gegeben.
Damit eine Palette als "tauschfähig" gilt und die Logistikqualität gewahrt bleibt, müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllt sein:
Im Jahr 2026 wird die Qualitätsbewertung zunehmend automatisiert:
Experten-Tipp: Prüfen Sie bei der Anlieferung kritisch die Qualität. Paletten der Klasse C oder defekte Träger sollten direkt auf dem Lieferschein vermerkt werden. Ein schlechtes Palettenmanagement führt langfristig zu hohen versteckten Kosten und gefährdet die Sicherheit in der Intralogistik.
Die Einteilung in Qualitätsklassen sichert 2026 die Funktionalität des europäischen Warenverkehrs. Während für einfache Transporte gebrauchte B-Ware ausreicht, verlangen automatisierte Lager zwingend nach Klasse A. Durch den Einsatz moderner Sensorik und digitaler Schnittstellen wird die Bewertung objektiver und beschleunigt die Prozesse an der Rampe erheblich.