Als offene Ladungen werden Güter bezeichnet, die auf Transportmitteln ohne festen Aufbau (wie Planen, Wände oder Dächer) befördert werden. Dies betrifft primär Flachbetttieflader, Rungenwagen in der Schiene oder offene Schiffe. Während diese Transportart maximale Flexibilität für sperrige Güter bietet, stellt sie das Supply Chain Management vor besondere Herausforderungen hinsichtlich der Sicherheit und des Schutzes vor Umwelteinflüssen. Im Jahr 2026 ist die korrekte Sicherung offener Ladungen ein kritischer Faktor für die Rechtskonformität der gesamten Logistikkette.
Der Verzicht auf eine schützende Hülle setzt die Ware massiven Belastungen aus:
Die Verantwortung für die Sicherung offener Ladungen ist klar verteilt und gesetzlich (z. B. in Deutschland durch § 22 StVO und das HGB) geregelt:
1. Der Absender:Er ist für die beförderungssichere Beladung verantwortlich. Die Ware muss so verstaut sein, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutscht oder herabfällt.
2. Der Frachtführer / Fahrer:Er trägt die Verantwortung für die betriebssichere Verladung. Er muss prüfen, ob die Heckbeladung (sofern möglich) oder die seitliche Beladung die Fahrsicherheit beeinträchtigt und ob die Sicherungsmittel (Gurte, Ketten, Antirutschmatten) intakt sind.
3. Der Verlader:Im Sinne der Halterhaftung muss auch das Unternehmen, das die Beladung durchführt oder anordnet, sicherstellen, dass das eingesetzte Personal über die notwendige Sachkunde verfügt.
Im Jahr 2026 wird die Sicherheit offener Ladungen durch digitale Assistenzsysteme massiv erhöht:
Experten-Tipp: Nutzen Sie bei offenen Ladungen grundsätzlich zertifizierte Antirutschmatten. Diese erhöhen den Reibbeiwert so stark, dass die Anzahl der benötigten Spanngurte drastisch reduziert werden kann, was die Be- und Entladezeiten um bis zu 20 % verkürzt.
Offene Ladungen erfordern aufgrund ihrer Exponiertheit ein Höchstmaß an Sorgfalt und Fachwissen. Im Jahr 2026 sorgen intelligente Sensortechnik und eine lückenlose digitale Dokumentation dafür, dass die Risiken minimiert werden. Eine professionelle Ladungssicherung ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern ein wesentlicher Beitrag zur Logistikqualität und zum Schutz von Menschenleben auf den Verkehrswegen.