Das frachtpflichtige Gewicht (auch Abrechnungsgewicht oder Chargeable Weight genannt) ist die entscheidende Maßeinheit, auf deren Basis Logistikunternehmen ihre Transportpreise berechnen. Es löst das grundlegende Problem der Logistik: Ein LKW, Flugzeug oder Schiff ist sowohl durch sein maximales Zuladungsgewicht als auch durch seinen verfügbaren Laderaum begrenzt. In der Logistikkette des Jahres 2026 stellt dieser Wert sicher, dass sowohl schwere, kompakte Güter (z. B. Stahlrollen) als auch leichte, voluminöse Waren (z. B. Styroporchips oder Watte) fair und kostendeckend abgerechnet werden.
Die Ermittlung des frachtpflichtigen Gewichts erfolgt immer durch den Vergleich zweier Werte. Der höhere der beiden Werte wird für die Rechnung herangezogen:
1. Realgewicht (Bruttogewicht)Dies ist das tatsächliche Gewicht der Sendung inklusive Verpackung und Palette, gemessen in Kilogramm (kg) oder Tonnen (t).
2. Volumengewicht (Dimensional Weight)Hierbei wird das Volumen der Sendung (Länge x Breite x Höhe) durch einen logistischen Umrechnungsfaktor dividiert. Dieser Faktor simuliert ein "theoretisches Gewicht" für den eingenommenen Platz.
Je nach Verkehrsträger gelten unterschiedliche Standards für die Transportplanung, um den begrenzten Raum optimal zu bewerten:
Die Kenntnis über diese Berechnungslogik ist für das Supply Chain Management essenziell:
Im Jahr 2026 ist die manuelle Berechnung mit dem Maßband fast vollständig verschwunden:
Wichtiger Hinweis: Denken Sie bei Übermaßen immer an die "Sperrigkeit". Sobald eine Sendung nicht stapelbar ist, berechnen viele Spediteure das gesamte Volumen bis zur Decke des LKWs (ca. 2,40 m Höhe) als frachtpflichtiges Gewicht.
Das frachtpflichtige Gewicht ist das fairste Instrument, um die knappe Ressource "Laderaum" zu bepreisen. Für Versender bedeutet es: Je kompakter die Ware verpackt ist, desto effizienter und kostengünstiger ist der Transport innerhalb der globalen Logistikkette. Die Beherrschung dieser Kalkulationslogik ist somit ein direkter Hebel zur Senkung der Logistikkosten.