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Frachtsuche: Methoden, Plattformen & Best Practices

Fachartikel: Frachtsuche – Optimale Auslastung durch digitale Vernetzung

Unter Frachtsuche versteht man den gezielten Prozess von Frachtführern und Transportunternehmen, passende Ladungen für ihre verfügbaren Transportkapazitäten (Laderaum) zu finden. Ziel ist es, die Fahrzeugauslastung zu maximieren, Leerfahrten zu minimieren und die Profitabilität der Logistikkette zu steigern. In der Praxis des Jahres 2026 ist die Frachtsuche kein manueller Telefon-Prozess mehr, sondern erfolgt hochautomatisiert über digitale Ökosysteme, die Angebot und Nachfrage in Millisekunden zusammenführen.

Methoden der Frachtsuche

Je nach Geschäftsmodell und Kurzfristigkeit nutzen Disponenten unterschiedliche Ansätze in der Transportplanung:

  • Spotmarkt-Suche: Die kurzfristige Suche nach Ladung für den aktuellen Tag oder den Folgetag, oft um "Löcher" im Tourplan zu füllen.
  • Ausschreibungen (Tendering): Die langfristige Suche nach festen Kontrakten, bei denen Frachtführer auf regelmäßige Relationen bieten, um eine Grundauslastung der Supply Chain zu sichern.
  • Strategisches Networking: Aufbau direkter Partnerschaften mit Verladern, um exklusiven Zugriff auf Frachtangebote vor der öffentlichen Vermarktung zu erhalten.

Plattformen und Tools 2026

Die moderne Frachtsuche stützt sich auf eine technologische Infrastruktur, die weit über einfache Inserate hinausgeht:

1. Digitale FrachtbörsenPlattformen wie Timocom oder Teleroute sind die klassischen Marktplätze. 2026 verfügen sie über Schnittstellen (APIs), die freie LKWs automatisch aus dem Telematiksystem des Fahrzeugs an die Börse melden.

2. Fracht-Matching-AlgorithmenKünstliche Intelligenz schlägt dem Disponenten proaktiv Frachten vor, die nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich perfekt zur Restlenkzeit des Fahrers passen.

3. Geschlossene FrachtgemeinschaftenEinladungsbasierte Portale, auf denen Premium-Verlader ihre Fracht nur an vorqualifizierte und zertifizierte Partner vergeben, um die Sicherheit in der Logistikkette zu erhöhen.

Best Practices für eine erfolgreiche Frachtsuche

Um im Wettbewerb um die besten Ladungen erfolgreich zu sein, sollten Unternehmen folgende Strategien verfolgen:

  • Echtzeit-Datenpflege: Nur wer seine freien Kapazitäten sekundengenau meldet, wird von den Matching-Systemen der Verlader gefunden.
  • Qualitätsprofil schärfen: Ein lückenloses digitales Profil mit aktuellen Versicherungsnachweisen, Lizenzen (z. B. EU-Lizenz) und positiven Bewertungen ist 2026 die wichtigste Währung.
  • Kombination von Ladungen: Effiziente Frachtsuche bedeutet heute auch "LTL-Optimierung" (Less Than Truckload), also das Finden von Beiladungen, die eine bestehende Tour ergänzen, ohne den Zeitplan zu gefährden.
  • Berücksichtigung von Green Logistics: Die Suche nach Frachten für alternative Antriebe (E-LKW, Wasserstoff) wird zunehmend durch Filterfunktionen unterstützt, da viele Verlader gezielt nach emissionsfreien Transporten suchen.

Praxis-Relevanz 2026: Automatisierte Buchung

Im Jahr 2026 hat sich der Prozess der Frachtsuche grundlegend gewandelt:

  • Predictive Freight Sourcing: Die Software erkennt durch historische Datenmuster, wann und wo an einem Freitag voraussichtlich Laderaumüberschüsse bestehen werden, und schlägt bereits am Dienstag passende Rückladungen vor.
  • Smart Booking: Ein Klick genügt, um eine Fracht verbindlich zu buchen. Der Frachtbrief (eCMR) wird automatisch erstellt und an das Fahrer-Tablet gesendet, was die Transportplanung massiv beschleunigt.
  • Transparente Preisbildung: Dynamische Preismodelle, ähnlich wie bei Flugbuchungen, passen die Frachtraten in Echtzeit an die aktuelle Marktsituation an.

Experten-Tipp: Verlassen Sie sich bei der Frachtsuche nicht nur auf eine Plattform. Eine Multi-Plattform-Strategie erhöht die Chancen auf lukrative Rückladungen, erfordert jedoch eine zentrale Software-Lösung (TMS), die alle Angebote bündelt.

Fazit

Die Frachtsuche ist der Motor für die wirtschaftliche Effizienz eines Transportunternehmens. Durch den Übergang von der manuellen Suche zum KI-gestützten Matching wird sie 2026 zu einem präzisen Instrument, das nicht nur Kosten senkt, sondern auch die Umwelt durch die Vermeidung von Leerfahrten schont. Eine professionell organisierte Frachtsuche ist damit ein Kernfaktor für den Erfolg in der modernen Supply Chain.

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