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Frankatur / Franko: Bedeutung & typische Vereinbarungen

Fachartikel: Frankatur – Wer trägt die Transportkosten?

Der Begriff Frankatur (abgeleitet vom italienischen franco – frei) regelt im Handel und in der Logistik, welche Partei die Kosten des Transports trägt und bis zu welchem Punkt diese übernommen werden. Die Frankatur ist somit eine Kostenzuordnungsklausel. In der Logistikkette des Jahres 2026 ist die korrekte Wahl der Frankatur entscheidend für die Preiskalkulation und die Transparenz innerhalb der Supply Chain.

Während die Frankatur primär die Kosten regelt, definieren die international gebräuchlichen Incoterms zusätzlich den Gefahrenübergang (wer haftet bei Verlust oder Beschädigung).

Typische Frankatur-Vereinbarungen

In der täglichen Logistikpraxis haben sich standardisierte Begriffe etabliert, um die Transportplanung zu vereinfachen:

  • Franko (Frei Haus): Der Absender übernimmt alle Frachtkosten bis zur Haustür bzw. Rampe des Empfängers. Die Ware ist für den Käufer "portofrei".
  • Unfrei (Ab Werk): Der Empfänger trägt sämtliche Transportkosten. Der Absender stellt die Ware lediglich zur Abholung bereit.
  • Franko Grenze: Der Absender zahlt die Kosten bis zu einer definierten Grenze (z. B. Landesgrenze oder Frei Hafen). Ab diesem Punkt übernimmt der Käufer die Kosten.
  • Frachtbezahlt (Freight Prepaid): Die Frachtkosten wurden bereits am Versandort vom Absender beglichen.
  • Frachtnachnahme (Freight Collect): Die Kosten werden erst bei der Ablieferung vom Empfänger an den Frachtführer gezahlt.

[Image: A delivery truck at a warehouse dock. An arrow points from the sender to the receiver, labeled with various cost-split points like 'Ex Works', 'Border', and 'DDP' to illustrate the Frankatur levels.]

Der Zusammenhang mit Incoterms

Obwohl "Franko" ein gebräuchlicher Begriff ist, nutzen professionelle Akteure in der globalen Logistikkette meist die Incoterms, da diese rechtlich präziser sind. Hier eine Einordnung:

1. Franko entsprich oft DDP (Delivered Duty Paid)Der Verkäufer trägt alle Kosten inklusive Zoll und Steuern bis zum Bestimmungsort. Dies ist die kundenfreundlichste, aber für den Absender riskanteste Form.

2. Unfrei entspricht oft EXW (Ex Works)Das Minimum an Verpflichtung für den Verkäufer. Der Käufer organisiert den gesamten Transportweg.

3. Frei Frachtführer (FCA)Der Absender liefert die Ware an einen vom Käufer benannten Frachtführer. Die Hauptlaufkosten trägt der Empfänger.

Bedeutung für die Preiskalkulation 2026

Im Jahr 2026 ist die Wahl der Frankatur ein strategisches Instrument im Supply Chain Management:

  • Wettbewerbsvorteil: Online-Händler nutzen "Franko"-Lieferungen (versandkostenfrei), um die Conversion-Rate zu erhöhen, müssen diese Kosten jedoch in die Produktmarge einpreisen.
  • Transparenz: Digitale Frachtplattformen berechnen 2026 automatisch die günstigste Frankatur-Option basierend auf den Volumina beider Partner.
  • CO2-Abrechnung: Da die Transportkosten oft mit Emissionszertifikaten verknüpft sind, entscheidet die Frankatur 2026 auch darüber, wer die CO2-Kompensation in seiner Bilanz ausweisen muss (Green Logistics).

Wichtiger Hinweis: Verwechseln Sie "Franko" nicht mit dem Gefahrenübergang. Nur weil eine Sendung "Frei Haus" (kostenfrei) geliefert wird, bedeutet das nicht automatisch, dass der Absender bis zur Tür haftet. Dies muss explizit durch Incoterms (z.B. DAP oder DDP) geregelt sein.

Fazit

Die Frankatur ist die kaufmännische Basis jeder Sendung. Sie entscheidet darüber, ob ein Angebot für den Käufer attraktiv ist und wie die Liquidität der Partner belastet wird. Eine klare Absprache über die Franko-Bedingungen verhindert Streitigkeiten bei der Rechnungsstellung und sorgt für eine reibungslose Abwicklung innerhalb der gesamten Logistikkette.

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