Der Gemeinschaftsverkehr bezeichnet den grenzüberschreitenden Güterkraftverkehr zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Er ist eine der tragenden Säulen des europäischen Binnenmarktes und basiert auf dem Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit. In der Logistikkette des Jahres 2026 ermöglicht der Gemeinschaftsverkehr es Transportunternehmen, Waren ohne diskriminierende Beschränkungen oder mengenmäßige Kontingente (Quoten) über nationale Grenzen hinweg zu befördern.
Der Gemeinschaftsverkehr wird durch ein harmonisiertes EU-Rechtswerk gesteuert, um faire Wettbewerbsbedingungen in der Supply Chain sicherzustellen:
Um eine reibungslose Transportplanung zu gewährleisten, müssen Logistikleiter drei wesentliche Konzepte unterscheiden:
1. Grenzüberschreitender VerkehrEin LKW lädt in Deutschland und entlädt in Frankreich. Dies ist der klassische Gemeinschaftsverkehr, der durch die EU-Lizenz abgedeckt ist.
2. TransitverkehrDie Durchfahrt durch einen Mitgliedstaat ohne Be- oder Entladung (z. B. eine Fahrt von Deutschland nach Italien durch Österreich). Auch hierfür ist die EU-Lizenz die ausreichende rechtliche Basis.
3. KabotageDies ist die Erbringung von Transportdienstleistungen innerhalb eines anderen Mitgliedstaats (z. B. ein polnischer LKW fährt eine Tour von Lyon nach Paris). Hier gelten strikte zeitliche und mengenmäßige Beschränkungen (3 Fahrten in 7 Tagen nach einer internationalen Fahrt), um den heimischen Markt zu schützen.
Im Jahr 2026 ist der Gemeinschaftsverkehr hochgradig digital vernetzt, was die Effizienz der Logistikkette steigert:
Wichtiger Hinweis: Die Gemeinschaftslizenz muss im Original (oder eine beglaubigte Kopie) im Fahrzeug mitgeführt werden. Bei Fehlen dieser Lizenz drohen im Gemeinschaftsverkehr empfindliche Bußgelder und die sofortige Stilllegung des Transports.
Der Gemeinschaftsverkehr ist das Rückgrat der europäischen Wirtschaft. Er transformiert nationale Märkte in einen integrierten logistischen Raum. Durch die Kombination aus rechtlicher Harmonisierung und digitaler Überwachung bietet er im Jahr 2026 eine hocheffiziente Plattform für die globale Supply Chain, während er gleichzeitig soziale Mindeststandards für das Fahrpersonal sicherstellt.