Die GST steht für Goods and Services Tax (Waren- und Dienstleistungssteuer). Es handelt sich um eine indirekte Steuer, die in vielen Ländern (prominente Beispiele sind Indien, Kanada, Australien und Neuseeland) die herkömmlichen Mehrwertsteuersysteme ersetzt hat. Für das Supply Chain Management ist die GST von zentraler Bedeutung, da sie nicht nur den Endpreis eines Produkts beeinflusst, sondern die gesamte Struktur der Logistikkette – von der Lagerplatzwahl bis hin zur grenzüberschreitenden Transportplanung – grundlegend verändert hat.
Im Gegensatz zu kaskadierenden Steuersystemen, bei denen Steuern auf Steuern erhoben werden, funktioniert die GST nach dem Prinzip des Vorsteuerabzugs (Input Tax Credit):
Die Einführung der GST hat die Dynamik globaler Handelsströme massiv beeinflusst:
1. Konsolidierung der LagerstandorteVor der GST-Einführung (beispielsweise in Indien) orientierten sich Lagerstandorte oft an steuerlichen Grenzen zwischen Bundesstaaten. Mit der GST können Unternehmen ihre Lager nun rein nach logistischer Effizienz und Nähe zum Kunden planen (Hub-and-Spoke-Modell), was die Transportkosten in der Supply Chain senkt.
2. Import und Export
3. Digitalisierung und ComplianceDie GST-Abwicklung erfordert eine lückenlose digitale Dokumentation. Jede Warenbewegung muss oft durch eine e-Way Bill (elektronischer Begleitschein) belegt werden, was die Transparenz in der Logistikkette erhöht, aber auch den administrativen Druck verschärft.
Im Jahr 2026 ist die GST-Abwicklung vollständig in die globalen Logistik-Systeme integriert:
Experten-Tipp: Achten Sie bei internationalen Verträgen genau auf die Incoterms. Bei Klauseln wie DDP (Delivered Duty Paid) ist der Verkäufer für die Entrichtung der GST im Bestimmungsland verantwortlich, was eine lokale Steuerregistrierung zwingend erforderlich macht.
Die GST ist weit mehr als eine fiskalische Kennzahl. Sie fungiert als Katalysator für die Modernisierung von Lieferketten, indem sie steuerliche Barrieren abbaut und eine effizientere, großflächige Transportplanung ermöglicht. Für globale Akteure ist die Beherrschung der GST-Compliance im Jahr 2026 eine Kernkompetenz, um Wettbewerbsvorteile in Märkten wie Indien oder dem asiatisch-pazifischen Raum zu sichern.