Im Kontext des internationalen Containertransports bezeichnet Haulage (deutsch: Beförderung oder Landtransport) den Transport von Containern über den Landweg. Dies umfasst typischerweise den Vorlauf (vom Absender zum Abgangshafen) und den Nachlauf (vom Bestimmungshafen zum Endempfänger). In der globalen Logistikkette ist Haulage das entscheidende Bindeglied, um die "letzte Meile" zwischen den großen Seehäfen und dem Binnenland zu überbrücken.
In der Transportplanung wird grundlegend unterschieden, wer den Landtransport organisiert und die Verantwortung trägt:
1. Carrier Haulage (CH)Hier organisiert die Reederei (der Carrier) den gesamten Transport von Tür zu Tür. Der Landtransport ist Teil des Seefrachtvertrags.
2. Merchant Haulage (MH)Der Verlader oder Empfänger (der Merchant) beauftragt einen eigenen Spediteur mit dem Landtransport. Die Reederei ist nur für die Strecke von Hafen zu Hafen verantwortlich.
Haulage beschränkt sich nicht nur auf den LKW-Transport, sondern nutzt im Sinne der Intermodalität verschiedene Wege:
Die Kalkulation der Haulage-Kosten ist ein wesentlicher Bestandteil des Supply Chain Managements:
Im Jahr 2026 wird die Haulage-Abwicklung zunehmend automatisiert:
Experten-Tipp: Prüfen Sie bei der Wahl zwischen Carrier und Merchant Haulage nicht nur den Preis. Bei Carrier Haulage übernimmt die Reederei oft die Haftung für Zeitüberschreitungen bei der Container-Rückgabe – ein Puffer, der bei Hafenstreiks oder Staus Gold wert sein kann.
Haulage ist weit mehr als nur eine LKW-Fahrt. Es ist der Prozess, der den globalen Seehandel erst mit der lokalen Produktion und dem Konsum verbindet. Durch die Wahl des richtigen Haulage-Modells und die Nutzung intermodaler Verkehrsträger können Unternehmen ihre Logistikkette im Jahr 2026 sowohl kosteneffizienter als auch nachhaltiger gestalten.