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Identifizierungssysteme in der Logistik: Überblick & Einsatz

Fachartikel: Identifizierungssysteme – Das digitale Auge der Logistik

In der modernen Logistikkette des Jahres 2026 sind Identifizierungssysteme (Auto-ID) die technologische Basis für Transparenz und Automatisierung. Sie ermöglichen es, Waren, Ladungsträger und Transportmittel ohne manuelles Eingreifen eindeutig zu erkennen und digital zu erfassen. Erst durch diese Systeme wird eine Echtzeit-Verfolgung im Supply Chain Management möglich.

Kerntechnologien der Identifizierung

Man unterscheidet heute primär zwischen optischen Verfahren und Funktechnologien:

1. Barcode und 2D-Codes (QR / DataMatrix)Dies ist das am weitesten verbreitete System. Ein Lesegerät (Scanner) erfasst die hell-dunkel-Kontraste und wandelt sie in digitale Daten um.

  • Einsatz: Paketversand, Bestandsführung im Lager, Identifizierung von Stellplätzen.
  • Vorteil: Extrem kostengünstig und weltweit standardisiert.
  • Herausforderung: Erfordert direkten Sichtkontakt zum Scanner und ist anfällig für Verschmutzung.

2. RFID (Radio Frequency Identification)Hier erfolgt die Identifizierung über elektromagnetische Wellen. Ein RFID-Transponder (Tag) speichert Daten, die von einem Schreib-/Lesegerät berührungslos und ohne Sichtkontakt ausgelesen werden.

  • Einsatz: Behältermanagement, Paletten-Tracking, Diebstahlsicherung.
  • Vorteil: Pulkerfassung (Hunderte Tags gleichzeitig auslesen) und Beschreibbarkeit während des Transports.

3. NFC (Near Field Communication)Eine Unterform von RFID mit sehr kurzer Reichweite (wenige Zentimeter).

  • Einsatz: Sicherer Datenaustausch bei der Übergabe von Dokumenten (eCMR), Identifizierung von Fahrern an Terminals.

Moderne Identifizierung im Jahr 2026

Die Technologie hat sich über die klassischen Etiketten hinaus entwickelt und ist tief in die Transportplanung integriert:

  • Computer Vision & KI: Kamerasysteme identifizieren Waren 2026 allein durch ihre Form, Farbe oder Aufschriften (OCR), ohne dass ein spezifisches Label nötig ist. Dies wird oft bei der Heckbeladung zur automatischen Vollzähligkeitskontrolle genutzt.
  • Biometrische Systeme: Zur Sicherung der Logistikkette identifizieren sich Fahrer an Hochsicherheitslagern per Handvenenscan oder Gesichtserkennung.
  • BLE (Bluetooth Low Energy): In der Intralogistik werden Beacons genutzt, um Flurförderzeuge zentimetergenau in der Hochregaltechnik zu lokalisieren.

Vorteile für das Supply Chain Management

Der konsequente Einsatz dieser Systeme bietet strategische Vorteile:

  • Fehlerminimierung: Systeme wie "Pick-by-Light", gekoppelt an Identifizierungssysteme, senken die Fehlquote in der Kommissionierung auf nahezu Null.
  • Echtzeit-Transparenz: Die ETA (geschätzte Ankunftszeit) wird präziser, da jeder Umschlagspunkt automatisch einen Zeitstempel in die Cloud sendet.
  • Nachweisbarkeit: Für den Gefahrguttransport (GGVS) oder den Frigotransport ist die lückenlose Identifizierung der Ware entlang der gesamten Kette rechtlich zwingend.

Experten-Tipp: Achten Sie bei der Einführung von RFID auf die "Physik des Lagers". Metallische Oberflächen oder Flüssigkeiten können Funksignale abschirmen. Hier sind im Jahr 2026 spezialisierte "On-Metal-Tags" erforderlich, um die Prozesssicherheit zu garantieren.

Fazit

Identifizierungssysteme sind das "Auge" der Logistik. Während der Barcode 2026 weiterhin für einfache Aufgaben dominiert, übernehmen RFID und Computer Vision die komplexen, automatisierten Abläufe in der globalen Supply Chain. Unternehmen, die diese Daten nahtlos in ihr Transport Management System (TMS) integrieren, erzielen eine signifikante Steigerung der Prozesseffizienz und Kundenzufriedenheit.

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