Unter Inkasso versteht man im logistischen Kontext den gewerbsmäßigen Einzug von fälligen Forderungen aus Transport-, Lager- oder Logistikdienstleistungen. Da die Logistikkette oft durch geringe Margen und hohe Vorleistungskosten (z. B. für Kraftstoff, Maut und Personal) geprägt ist, spielt ein effizientes Forderungsmanagement eine lebenswichtige Rolle für das Supply Chain Management. Im Jahr 2026 ist das Logistik-Inkasso zunehmend digitalisiert und eng mit den operativen Systemen verknüpft.
Der Forderungseinzug in dieser Branche unterscheidet sich durch spezifische rechtliche Rahmenbedingungen von anderen Sektoren:
Ein strukturierter Prozess sichert die Liquidität, ohne die Kundenbeziehung unnötig zu belasten:
1. Kaufmännisches MahnwesenNach Überschreiten des Zahlungsziels erfolgt die interne Mahnung durch das Unternehmen. Hierbei werden oft bereits Verzugszinsen und Mahngebühren geltend gemacht.
2. Außergerichtliches InkassoWird die Forderung nicht beglichen, wird ein spezialisierter Inkassodienstleister oder Rechtsanwalt eingeschaltet. Dieser setzt eine letzte Frist und verdeutlicht die drohenden rechtlichen Konsequenzen.
3. Gerichtliches MahnverfahrenBleibt der Erfolg aus, wird beim zuständigen Mahngericht ein Mahnbescheid beantragt. Erhebt der Schuldner keinen Widerspruch, folgt der Vollstreckungsbescheid.
4. ZwangsvollstreckungMit einem vollstreckbaren Titel können Maßnahmen wie Kontenpfändungen oder die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers eingeleitet werden.
Im Jahr 2026 müssen Unternehmen besonders auf folgende Punkte achten:
Die Technologie hat das Forderungsmanagement im Jahr 2026 revolutioniert:
Experten-Tipp: Nutzen Sie die ADSp (Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen) in Ihren Verträgen. Diese erweitern oft die gesetzlichen Pfandrechte und bieten Ihnen im Inkassofall eine deutlich stärkere Rechtsposition gegenüber dem Schuldner.
Inkasso in der Logistik ist weit mehr als nur das Versenden von Mahnungen. Es ist ein hochspezialisierter Prozess, der tiefes Wissen im Transportrecht und eine enge Verzahnung mit der operativen Transportplanung erfordert. Im Jahr 2026 sichern digitale Tools und eine konsequente Rechtsanwendung die notwendige Liquidität, um in einem volatilen Marktumfeld stabil zu bleiben.