Als langsamdrehende Objekte (umgangssprachlich „Langsamdreher“ oder „Slow Mover“) werden im Supply Chain Management Artikel bezeichnet, die eine geringe Umschlagshäufigkeit aufweisen. Das bedeutet, sie verbleiben im Vergleich zum Durchschnitt des Sortiments über einen langen Zeitraum im Lager. In der Logistikkette des Jahres 2026 stellen diese Objekte eine besondere Herausforderung dar, da sie wertvolle Lagerfläche binden und die Kapitalbindungskosten (Inventar-Kosten) erhöhen.
Die Einordnung erfolgt klassischerweise über die ABC-Analyse:
[Image showing a warehouse layout where fast-moving items are placed near the shipping area, while slow-moving items are stored in remote, high-density zones]
Um die Effizienz der Intralogistik nicht zu gefährden, müssen für diese Objekte spezielle Strategien angewandt werden:
1. Platzierung in RandbereichenLangsamdreher werden in entlegenen oder schwer zugänglichen Bereichen des Lagers (z. B. oberste Ebenen der Hochregaltechnik) platziert. Dies hält die wertvollen Plätze nahe der Heckbeladung für Schnelldreher frei.
2. Hochverdichtete LagerungDa seltene Zugriffe erfolgen, eignen sich kompakte Systeme wie Kanalregale oder Verschiebeanlagen. Hierbei wird die Raumausnutzung maximiert, auch wenn der Zugriff pro Einzelpalette länger dauert.
3. Konsolidierung und Out-of-Stock-VermeidungDurch regelmäßige Umlagerungen (Kompaktierung) werden angebrochene Paletten zusammengefasst, um Stellplätze für neue Wareneingänge in der Transportplanung freizugeben.
4. ZentralisierungHäufig werden Langsamdreher in einem zentralen Lager gebündelt, anstatt sie in jedem dezentralen Regionallager vorzuhalten. Dies reduziert den Sicherheitsbestand in der gesamten Supply Chain.
Im Jahr 2026 werden Langsamdreher nicht mehr nur "verwaltet", sondern durch KI aktiv gesteuert:
Experten-Tipp: Prüfen Sie kritisch, ob ein Langsamdreher ein notwendiger "Service-Artikel" ist oder aus dem Sortiment gestrichen werden kann. Oft verursachen 20 % der Langsamdreher 80 % der versteckten Lagerkosten durch hohen Administrationsaufwand und Platzraub.
Langsamdrehende Objekte sind in fast jedem Lager vorhanden, dürfen aber die operative Performance der Logistikkette nicht ausbremsen. Durch den gezielten Einsatz von platzsparender Technik und einer datenbasierten Platzierungsstrategie lassen sich die negativen Auswirkungen auf die Lagerkosten im Jahr 2026 minimieren.