Logistik lexikon

Nicht-containerisierte Fracht: Definition, Arten & Beispiele

Fachartikel: Nicht-containerisierte Fracht – Jenseits der Standardbox

Unter nicht-containerisierter Fracht versteht man alle Güter, die aufgrund ihrer Größe, ihres Gewichts, ihrer Beschaffenheit oder ihrer Menge nicht in standardisierten ISO-Containern transportiert werden können oder sollen. Während der Großteil des Welthandels heute in Containern abgewickelt wird, erfordert nicht-containerisierte Fracht spezialisierte Umschlagstechniken, wie das LOLO-Verfahren (Lift-on/Lift-off) oder RORO (Roll-on/Roll-off). In der Logistikkette des Jahres 2026 spielt diese Frachtart eine entscheidende Rolle für die Infrastruktur und die Rohstoffversorgung.

Kategorien und Beispiele

Nicht-containerisierte Fracht lässt sich in drei Hauptgruppen unterteilen:

1. Stückgut (Breakbulk)Hierbei handelt es sich um Güter, die einzeln verladen werden. Oft sind sie auf Paletten, in Kisten, Fässern oder Säcken verpackt, passen aber aufgrund ihrer Maße nicht in einen Container.

  • Beispiele: Stahlcoils, große Papirollen, Sackware (Zement, Mehl) oder lose verpackte Maschinenteile.

2. Massengut (Bulk Cargo)Güter, die lose und unverpackt direkt in den Laderaum eines Schiffes oder Waggons gefüllt werden.

  • Beispiele: Eisenerz, Kohle, Getreide (Schüttgut) sowie Öl, Flüssiggas oder Chemikalien (Flüssiggut).

3. Projekt- und Schwergut (Oversized Cargo)Ladung, die extreme Dimensionen oder ein sehr hohes Gewicht aufweist und oft Spezialtieflader oder Kräne mit enormer Traglast erfordert.

  • Beispiele: Windkraftflügel, Turbinen für Kraftwerke, Yachten oder Brückenelemente.

Logistische Herausforderungen und Steuerung

Der Transport nicht-containerisierter Fracht stellt hohe Anforderungen an das Supply Chain Management:

  • Spezialisierter Umschlag: Da die Standardisierung fehlt, muss jeder Hebevorgang individuell in der Transportplanung kalkuliert werden. Oft kommen bordeigene Kräne zum Einsatz.
  • Ladungssicherung: Im Gegensatz zum geschlossenen Container muss die Fracht an Deck oder im Laderaum aufwendig verzurrt und gegen Witterungseinflüsse geschützt werden.
  • Lagerung: Die Lagerung erfolgt oft auf Freiflächen oder in speziellen Schwergutlagern, da eine Hochregaltechnik für diese Dimensionen meist nicht geeignet ist.

Praxis-Relevanz 2026: Digitalisierung im Schwergutbereich

Auch im Bereich der nicht-standardisierten Fracht hat die Technologie im Jahr 2026 Einzug gehalten:

  • Digitale Zwillinge: Vor der Verladung wird 2026 oft ein digitaler Zwilling der Fracht erstellt, um den Verladeprozess und die Gewichtsverteilung auf dem Schiff präzise zu simulieren.
  • Smart Sensors: An Schwergut sind 2026 häufig IoT-Sensoren angebracht, die Erschütterungen, Neigungswinkel und Feuchtigkeit in Echtzeit an das Transport Management System (TMS) melden.
  • Automatisierte Dokumentation: Middleware-Lösungen wie GM-DocuStream helfen dabei, die komplexen Genehmigungsverfahren und Spezial-Frachtpapiere (wie den eCMR für Schwertransporte) automatisiert zu verwalten.
  • Green Logistics: Auch für Massengutfrachter werden 2026 vermehrt Segeltechnologien (Wind-Assisted Propulsion) eingesetzt, um den CO2-Fußabdruck dieser energieintensiven Transporte zu senken.

Experten-Tipp: Bei der Kalkulation von nicht-containerisierter Fracht sollten Sie immer die "Stauverluste" berücksichtigen. Da die Ware keine rechteckige Kastenform hat, kann der Laderaum nie zu 100 % ausgenutzt werden, was die Frachtkosten pro Einheit im Vergleich zum Container erhöht.

Fazit

Nicht-containerisierte Fracht bleibt auch 2026 das Rückgrat der globalen Industrie. Während Container die Konsumgüter befördern, ermöglicht Breakbulk und Bulk Cargo den Bau von Infrastruktur und die Energieversorgung. Durch die Integration in moderne digitale Logistikketten wird auch dieser komplexe Bereich zunehmend transparent und effizient steuerbar.

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