Ein Karusselllager ist ein dynamisches Lagersystem, das auf dem Ware-zum-Mensch-Prinzip basiert. Dabei bewegen sich die Lagerplätze (Tragsätze oder Tablare) auf einer geschlossenen Bahn kreisförmig zum Bediener, anstatt dass der Mitarbeiter zum Lagerplatz laufen muss. In der Intralogistik des Jahres 2026 ist das Karusselllager eine Schlüsseltechnologie, um die Kommissioniergeschwindigkeit bei kleinteiligen Sortimenten massiv zu erhöhen.
Das Karusselllager nutzt die gesamte verfügbare Raumhöhe oder -tiefe optimal aus. Man unterscheidet zwei grundlegende Bauformen:
1. Vertikalkarussell (Paternoster)Die Lagerfächer rotieren wie bei einem Paternoster-Aufzug vertikal. Es eignet sich besonders für die Lagerung von Kleinteilen bei geringer Grundfläche, da es die Deckenhöhe des Lagers bis zum Maximum nutzt.
2. HorizontalkarussellHier rotieren die Regalsäulen horizontal auf einer ovalen Schienenbahn. Mehrere Karussells werden oft zu einem "Pod" zusammengeschaltet, sodass ein Mitarbeiter an einer Entnahmestation mehrere Maschinen gleichzeitig bedienen kann. Während eine Maschine rotiert, entnimmt der Werker Ware aus einer anderen.
Der Einsatz von Karusselllagern bietet in der modernen Logistikkette entscheidende Vorzüge:
Damit ein Karusselllager seine volle Leistung entfaltet, ist eine tiefe Integration in die IT-Landschaft erforderlich:
Im Jahr 2026 hat sich das Karusselllager technologisch weiterentwickelt:
Experten-Tipp: Achten Sie bei der Planung auf die Gewichtsverteilung. Karusselllager reagieren empfindlich auf extreme Unwuchten. Eine intelligente Software sollte die Einlagerung so steuern, dass die Lasten innerhalb des Umlaufs gleichmäßig verteilt sind.
Das Karusselllager ist ein Klassiker der automatisierten Lagertechnik, der auch im Jahr 2026 durch moderne Steuerungstechnik und KI-Anbindung aktueller denn je ist. Es ermöglicht eine hochverdichtete Lagerung und extrem schnelle Zugriffszeiten, was es zum idealen System für E-Commerce, Ersatzteillogistik und die Pharmabranche macht.